Johann Paul Friedrich Richter und das Gymnasium in Hof

Jean Paul by Friedrich Meier 1810
Jean Paul (1810), Gemälde von Friedrich Meier

Die Benennung des Gymnasiums nach Jean Paul - von Oberstudiendirektor Dr. Friedrich Ebert in den Kriegsjahren angeregt - erfolgte zum 400. Jubiläum im Jahre 1946. Das Staatsministerium teilte durch ein Telegramm an das Humanistische Gymnasium Hof mit: „Zur Feier des 400. Jahrbestehens sendet das Staatsministerium herzliche Glückwünsche. Vom 8. Juli an soll die Anstalt den Namen „Jean Paul Gymnasium“ führen.“

Wie hätte Jean Paul all diese Ehrungen aufgenommen? Was hat ihm das Gymnasium in Hof bedeutet? Wie hat es ihn geprägt? Über diese Fragen wollen wir nachdenken, nicht über die Bedeutung Jean Pauls in der Literatur und über seine Würdigung durch die Wissenschaft heute. Unser Thema ist das wechselseitige Verhältnis von Jean Paul und Gymnasium, das ja einen literarischen Niederschlag gefunden hat. Jean Pauls Schulzeit währte vom 9. Februar 1779 bis 11. Oktober 1780. Der Aufnahme des 16jährigen Johann Paul Friedrich Richter in das Gymnasium war eine Prüfung durch Rektor M. Georg Wilhelm Kirsch (1779 - 1795) vorausgegangen. Der Vorgang ist in den Matrikeln der Schule in lateinischer Sprache festgehalten: „Joannes Paullus Fridericus Richter, Pastoris oppiduli Schwarzenbaci ad Salam bene meriti filius, coram Patre illius et Rectore Schwarzenbaccensi, qui eo usque filium instituerat, examinatus dignus omnino visus est, qui in I. classem ascenderet, in quam initio mensis Februarii 1779 intravit.“  Im Valediktions-Programm präzisiert Rektor Kirsch: „Vom Vater selbst zu Anfang des verflossenen Jahres hierher gebracht, entsprach er im Examen so gut, daß nicht das Geringste im Wege stand, ihn sogleich in die oberste Klasse aufzunehmen.“ Richter war also von Rektor Karl August Werner gut vorbereitet und betrachtete ihn auch noch später, besonders nach dem frühen Tod des Vaters (1779), als seinen Mentor. In einem Brief vom 17.9.1781 dankte er ihm für seine Bildung, für das, „was nie ein Schüler seinem Lehrer bezahlen kann“.Auf Wunsch des Vaters, der seinen Sohn vor dem Neid der Mitschüler bewahren wollte, wurde Richter nicht in die Abschlussklasse, sondern in die „mittlere Prima“ aufgenommen.  Zum 1.1.1780 wechselte er in die oberste Abteilung der dreigliedrigen Prima über. Am 11. Oktober 1780 wurde Richter in einem Valediktions-Akt verabschiedet, wobei er für seine Abschiedsrede das Thema wählte: „Über den Nutzen und Schaden der Erfindung neuer Wahrheiten“.

Zum vollständigen Artikel, verfasst von StD G. Mulzer, führt dieser Link: