Die Geschichte des Gymnasiums (VI)

Der Neuanfang 1945

Unser Gymnasium hat seit seiner Gründung Jahrhunderte hindurch Freud und Leid mit der Stadt Hof geteilt und manchen Sturm überstanden. Auch Aufstieg und Fall des „Tausendjährigen Reiches“ sind nur eine Episode in seiner langen Schulgeschichte. Aber besonders die Folgen dieser politischen Überheblichkeit sind es wert, in Erinnerung gerufen zu werden. Nur so ist es möglich, Verständnis für den Aufschwung zu wecken, den das Jean-Paul-Gymnasium seither genommen hat.

Dem Bericht über das Schuljahr 1944/45 kann entnommen werden, dass sich damals sieben Lehrer im Kriegsdienst befanden. Von den Schülern der oberen drei Klassen beanspruchte der Kriegsdienst (Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst) so viele, dass diese Klassen mit den entsprechenden Klassen der „Oberschule für Jungen“ (heute Schiller-Gymnasium) vereinigt waren.

Von Oktober 1944 bis Ende März 1945 wurde der Unterricht an 75 Tagen wegen „Luftgefahr“ abgebrochen oder unterbrochen. Das Signal hierzu gab jeweils das Geheul der Luftschutzsirenen. Die Zahl der Unterrichtsstunden sank schließlich auf die Hälfte der in der Stundentafel vorgesehenen. Viele Eltern auswärtiger Schüler ließen ihre Kinder wegen der ständig drohenden Luftangriffe in den Wochen vor Ostern 1945 nicht mehr in die Schule kommen.

Die „Stunde Null“ schlug für das Gymnasium nicht erst am 15. April 1945, als eine Einheit der 3. US-Panzerarmee nach kurzem Kampf die Stadt besetzte, sondern schon zehn Tage vorher, als ein Befehl des NSDAP-Kreisleiters die Einstellung des Unterrichts verfügte.

Den vollständigen Text, verfasst von OStD Dr. H. Schultes, lesen Sie hier: