Siehe, ich stehe vor deiner Tür und klopfe an ...

Einen ganz besonderen Gottesdienst durften Schülerinnen und Schüler des Jean-Paul-Gymnasiums unter der Leitung von StDin Maniana Füg mitgestalten.

Der Weg führte uns dieses Mal nicht in eine Kirche der Stadt Hof oder des Landkreises sondern wieder einmal in die Kapelle der Justizvollzugsanstalt Hof. Auf Einladung des Pastoralreferenten Georg Kaiser, katholischer Seelsorger in der JVA Hof und Lehrkraft für katholische Religion am Jean-Paul-Gymnasium, begaben wir uns am Sonntag des dritten Advents früh am Morgen in die JVA Hof. Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, wenn sich hinter einem die Türen wieder schließen. Aber genauso erhebend ist es, wenn man die Kapelle betritt – ein schlichter Raum mit Gemälden an der Wand, Kerzenschein und christlichen Sakrilegen. All dies zeugt von Nächstenliebe und christlicher Normalität. „Seid Menschen, die auf ihren Herren warten“, denn „Als Mensch kam er auf diese Welt“ – zwei der Lieder, die wir den Inhaftierten darboten. Als Botschafter „von draußen“ sahen wir es als unsere Aufgabe, ihnen ihren Alltag künstlerisch-kulturell zu bereichern und in der Zeit des Advents etwas Hoffnung zu geben, denn schlussendlich klopft der Herr an jede Tür, um zu stärken und einfach nur da zu sein. Es war beeindruckend zu erleben, wie andächtig die Insassen den gesungenen Worten lauschten und wie viel Interesse und Empathie sie uns und unserer Musik entgegenbrachten. So wurden wir mit Applaus und vielen guten Wünschen nach dem Gottesdienst verabschiedet und waren alle sichtlich erleichtert als sich die große Eingangstür der JVA Hof hinter uns schloss und das Gefühl der Freiheit wieder Einzug hielt – ein unvergleichliches Erlebnis!

Zurück