Die Adventszeit unter ganz anderen Zeichen …

Einen ganz besonderen Gottesdienst durften Schülerinnen und Schüler der Q12 unter der Leitung von StDin Maniana Füg mitgestalten. Der Weg führte uns dieses Mal nicht in eine Kirche der Stadt Hof oder des Landkreises, sondern in die Kapelle der Justizvollzugsanstalt Hof.

Auf Einladung des Pastoralreferenten Georg Kaiser, katholischer Seelsorger in der JVA Hof und Lehrkraft für katholische Religionslehre am Jean-Paul-Gymnasium, begaben wir uns am Sonntag des vierten Advents früh am Morgen in die JVA Hof. Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, wenn sich hinter einem die Türen wieder schließen. Aber genauso erhebend ist es, wenn man die Kapelle betritt – ein schlichter Raum mit großem Weihnachtsbaum, Gemälde an der Wand, Kerzenschein und christlichen Sakrilegen. All dies zeugt von Nächstenliebe und christlicher Normalität. „Denn vor Gott sind alle Menschen gleich.“ (Römer 2,11) und niemand kann sich seinem Urteil entziehen.

Jedes Jahr am Sonntag des vierten Advents besucht der Erzbischof des Erzbistums Bamberg, Herr Ludwig Schick, eine JVA im Erzbistum. Nach acht Jahren kam er nun in diesem Jahr wieder einmal in die JVA Hof. Zu diesem Anlass wurde ein besonderer Gottesdienst gefeiert mit vielen Ehrengästen und den Insassen der JVA Hof und wir durften diesen musikalisch ausgestalten. Als Botschafter „von draußen“ sahen wir es auch als unsere Aufgabe, den Insassen ihren Alltag künstlerisch-kulturell zu bereichern und ihnen in der Zeit des Advents etwas Hoffnung zu geben. So thematisierte dies auch der Erzbischof in seiner Ansprache. Er sprach vom Advent als Zeit des Aufbruchs und des Neuanfangs, als Zeit der Sehnsucht und auch Zeit der Umkehr. Es war beeindruckend zu erleben, wie andächtig die Insassen den Worten des Erzbischofs lauschten und wie viel Interesse und Empathie sie uns und unserer Musik entgegenbrachten. So wurden wir mit Applaus und vielen guten Wünschen nach dem Gottesdienst verabschiedet und waren alle sichtlich erleichtert als sich die große Eingangstür der JVA Hof hinter uns schloss und das Gefühl der Freiheit wieder Einzug hielt – ein unvergleichliches Erlebnis!

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