Bernhard Zink am JPG

Augen zu und durch – oder wie zu Bildern Musik entstehen kann
Montag, 18. September 2017, ist für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a ein ganz spezieller Montag.

Nicht nur, dass es der erste Montag des Schuljahres 2017/18 ist – nein auf sie wartet ein ganz besonderes Ereignis: Bernhard Zink, Komponist und Musiklehrer, ist der Einladung der Fachbetreuerin Musik, Studiendirektorin Maniana Füg, gefolgt, um den jungen Musikern einen kleinen Einblick ins Komponieren zu geben und sie daran teilhaben zu lassen, wie das ein „richtiger Profi“ macht. Bernhard Zinks preisgekrönte Auftragskompositionen für Sprech- und Musiktheater, Lesungen, Kammermusik-, Orchester- und Chorkonzerte stehen neben dem Texten und Komponieren eigener Musiktheaterprojekte, darunter auch Kompositionen speziell für Kinder und Jugendliche. Und so erleben die Schülerinnen und Schüler auf ganz beeindruckende Art und Weise, wie Bernhard Zink sie ganz behutsam vom anfänglich zögerlichen Experimentieren auf ihrem jeweiligen Instrument zum gemeinsamen Improvisieren in der Gruppe führt. Es entstehen kraftvolle Tutti und leise Soli begleitet vom Rest der Musizierenden. Alles unter der Prämisse: Alles kann und nichts muss passieren. „Bitte denkt daran: Es gibt keine Fehler heute Vormittag – und genießt es!“, ermutigt der Schulmusiker die Klasse. Und diese tut es ganz merklich und ist schlussendlich erschrocken über, aber zugleich stolz auf das Geleistete. Doch nicht nur als Schulmusiker mit vielen kreativen Ideen zur Schüleraktivierung sondern auch als Ausführender ist Bernhard Zink nach Hof gekommen. Über Jahre hinweg geht er mit der Idee schwanger, Stummfilme mit von ihm komponierter Musik zu versehen und das Ganze dann auch noch live zu präsentieren. Nun, da er sich selbst diesen Wunsch erfüllt hat, sitzt er also in der Neuen Aula am Flügel und spielt für die begeistert mitfiebernden JPG-Schüler live seine neukomponierte Klaviermusik zu den beiden Stummfilmen „Never weaken!“ von Harold Lloyd (1921) und zu Charlie Chaplins „Easy Street“ (1916) aus seinem Programm „Großes Kino – Musik für die Leinwand“. Punktgenau wird Bewegung und Stimmung durch ihn klanglich umgesetzt, nuancenreich in Musik gemalt erleben die Schülerinnen und Schüler, wie Charlie Chaplin die Easy Street für sich entdeckt und Harold Lloyd seiner vermeintlich nicht erwiderten Liebe zu entkommen versucht. Nicht nur der Film animiert die junge Zuschauer zum Lachen, sondern auch die mit vielen musikalischen Pointen gespickte Musik. Und dabei vergisst der Ein oder Andere, dass eben diese nicht vom Band kommt – ein Erlebnis, das heutzutage eher selten genossen werden kann. Mit frenetischem Applaus und viel Respekt für den Augen- aber in erster Linie Ohrenschmaus verabschieden die Schülerinnen und Schüler den Komponisten.

Christine Wild, Maniana Füg

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