Alles Musical – oder was?

Voller Aufregung wuseln die 16 Fünftklässlerinnen der Musicalklasse des Jean-Paul-Gymnasiums vor dem Büro des Pförtners im Theater Hof auf und ab. Das Gebäude mit all seinen Gängen, Bühnen und Werkstätten haben sie in Zuge der Kooperation zwischen Theater Hof und JPG bereits kennengelernt.

Schon einige Tage vorher hat Bernd Plöger, Leiter des Jungen Theaters, die Nachwuchskünstlerinnen in die Geheimnisse und Mythen des Theaters eingeweiht. Auch die hohe Kunst des Singens auf einer Theaterbühne ist ihnen von Thilo Andersson, Tenor am Haus, mit viel Witz und Charme nähergebracht worden. Nun folgt der Höhepunkt des ersten Kennenlernens: Die Bühnenstars von morgen dürfen einer richtigen Probe beiwohnen.

Endlich kommt Theaterpädagogin Zuzana Masaryk und führt die Meute auf die Probebühne, wo sie sofort durch die bereits anwesende Companie sehr freundlich empfangen wird. „Annie get your gun“ steht auf dem Probenplan. Es wird gesungen und getanzt, alles begleitet von Michael Falk am Klavier, bis die Szene vollständiger und vollkommener erscheint. „Habt ihr Spaß?“ fragt Regisseur Stefan Brauer die Mädchen, die voller Konzentration jede seiner Ansage und deren Ausführung durch die Damen und Herren des Chores sowie der Solisten verfolgen. Sie wollen nichts verpassen – keine Bewegung, keinen Ton, keine Geste. Spannend wird es, als Stefan Brauer gemeinsam mit Choreographin Barbara Buser und dem Ensemble eine rückwärtslaufende Choreografie entwickelt und auch sofort umsetzt. Mit einem großen Applaus verabschieden sich die kleinen Bühnenstars von den großen Vorbildern und gehen auf eine andere Probenbühne, um mit Michael Falk ganz profimäßig einen ihrer eigenen Musicalsongs einzustudieren. Bekanntlich gehört an den Anfang einer jeden Probe ein Einsingen, bei dem auch der Körper in Schwung kommen darf. Dann erarbeitet Michael Falk mit den Mädchen den Song „Lästerschwestern“ aus dem Musical „Der Tag an dem es FLUPP machte“, das von der Musicalklasse am Ende des Schuljahres auf der Schulbühne aufgeführt wird. Erstaunt zeigt sich der versierte Solorepetitor des Theaters von der sauberen Intonation und der stimmlichen Präsenz der jungen Sängerinnen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass nach einer guten halbe Stunde der Song im Kasten ist und auch die ein oder andere Bewegung bereits in eine kleine Choreografie Eingang gefunden hat.

Mit einem weiteren Lied aus dem Flupp-Musical verabschieden sich die 16 Mädchen singend und tanzend bestens aufgelegt von Michael Falk und beweisen: Lernen von den Profis heißt auch lernen mit den Profis.

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